Was steckt in Digestive Health? Prä-, Pro- und Postbiotikum erklärt
Unser Digestive Health enthält vier funktionelle Bausteine: Bierhefe, Chicorée-Wurzel, Bacillus velezensis und Lachsöl. Dahinter steckt ein durchdachtes System aus Prä-, Pro- und Postbiotikum. Was jeder Baustein für deinen Hund tut, wie sie zusammenspielen und warum die Mengen genau so eingestellt sind, erfährst du hier.
Eine gesunde Verdauung hängt nicht an einem einzelnen Wirkstoff, sondern an einem funktionierenden Kreislauf. Die Präbiotika nähren die nützlichen Darmbakterien, die Probiotika ergänzen deren Mikrobiota-Bestand, die Postbiotika liefern direkt die schützenden Inhaltsstoff. Erst wenn diese drei zusammenspielen, entsteht ein stabiles Gleichgewicht im Darm.
Die vier Bausteine und ihre Aufgabe
Bacillus velezensis, das Probiotikum (1 Milliarde KBE pro Chew)
Diesen Stamm haben wir bewusst gewählt, denn er erfüllt den höchsten regulatorischen Standard, den ein Probiotikum in der EU erreichen kann. Die Art trägt seit 2017 den QPS-Status der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Diesen Status vergibt die EFSA ausschliesslich an Mikroorganismen, für die nachgewiesen ist, dass sie frei von übertragbaren Antibiotikaresistenzen sind und keine Toxine bilden [1]. Der auf unserem Etikett deklarierte Zusatzstoff 4b1820 entspricht dem Stamm B. velezensis DSM 15544 und ist als zootechnischer Zusatzstoff der Funktionsgruppe Darmflorastabilisatoren ausdrücklich für die Zieltierart Hund zugelassen [2]. Eine solche Zulassung erteilt die EU erst, nachdem ein wissenschaftliches Sachverständigengremium sowohl die Sicherheit als auch die Wirksamkeit geprüft und bestätigt hat.
Sein Wirkprinzip ist mechanistisch gut verstanden und beruht auf zwei Eigenschaften. Erstens die Sporenbildung: Das Bakterium liegt als widerstandsfähige Endospore vor, übersteht dadurch Magensäure, Gallensalze und Verarbeitungshitze und keimt erst im Darm aus [1][3]. Da die deklarierte KBE-Menge auf diesem Weg tatsächlich am Wirkort ankommt, statt unterwegs abzusterben, ist sie belastbarer als bei nicht sporenbildenden Stämmen. Zweitens die kompetitive Exklusion: Im Darm besetzt der Keim Anheftungsstellen an der Darmwand und verbraucht Nährstoffe, die sonst unerwünschten Bakterien zur Verfügung stünden. Ergänzend bildet er Stoffwechselprodukte, die zur Stabilisierung des Darmmilieus beitragen [1]. Die praktische Relevanz zeigt eine randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Studie von 2025, in der eine Rezeptur mit B. velezensis DSM 15544, Fructo-Oligosacchariden und Hefe beim Management von akutem Durchfall untersucht wurde [3].
Einfach gesagt: Stell dir die Darmwand als Marktplatz mit einer begrenzten Zahl von Standplätzen vor. Jedes Bakterium, das sich festsetzen will, braucht so einen Platz. Wer keinen findet, wird einfach weitergespült. Darin liegt der Nutzen des Probiotikums: Der Stamm besetzt diese Plätze selbst und verbraucht die Nährstoffe, die sonst unerwünschten Keimen zugutekämen. Er kämpft also nicht gegen sie, er ist schlicht schon da.
Das erklärt auch, warum ein gut besetzter Darm stabiler ist als ein halb leerer. Nach einer Antibiotikagabe, bei einer Futterumstellung oder in einer Stressphase werden Plätze frei, und wer sie dann zuerst einnimmt, prägt die Darmflora für die nächste Zeit. Tägliche Zufuhr sorgt dafür, dass der Marktplatz besetzt bleibt.
Dass der Stamm dort überhaupt ankommt, verdankt er seiner Sporenhülle: eine Art Schutzanzug, der die Säurekammer Magen unbeschadet übersteht und erst im Darm abgelegt wird. Probiotika ohne diesen Schutz verlieren einen Grossteil ihrer Fracht bereits unterwegs.
Chicorée-Wurzel mit Inulin, das Präbiotikum (100 mg pro Chew)
Inulin gehört zu den Fructanen und ist ein löslicher, fermentierbarer Ballaststoff. Da der Hund keine Enzyme besitzt, um die Beta(2-1)-Bindungen dieser Fruktoseketten zu spalten, gelangt Inulin unverdaut in den Dickdarm. Dort dient es der ansässigen Mikrobiota als Substrat. Bei der bakteriellen Fermentation entstehen kurzkettige Fettsäuren, vor allem Acetat, Propionat und Butyrat [4]. Butyrat ist dabei die zentrale Grösse, denn es ist die bevorzugte Energiequelle der Dickdarm-Epithelzellen und trägt zur Integrität der Darmbarriere bei [4].
Inulin aus der Chicorée-Wurzel ist kein einheitliches Molekül, sondern eine Mischung aus Ketten unterschiedlicher Länge, mit einem Polymerisationsgrad von 2 bis 60 und einem Mittelwert um 10 bis 12 [5]. Diese Streuung ist funktional entscheidend: Ketten mit mehr als 10 Einheiten werden im Schnitt nur halb so schnell fermentiert wie kürzere [6]. Die Fermentation verteilt sich dadurch über den gesamten Dickdarm, statt gleich zu Beginn stossartig abzulaufen, was die Gasbildung spürbar reduziert [5]. Kurzkettige Präbiotika wie reines Oligofructose sind an dieser Stelle im Nachteil.
Dazu kommen zwei Effekte, die über die reine Nährstoffversorgung hinausgehen. Erstens ist die Fermentation selektiv: Bevorzugt vermehren sich Bifidobakterien, während potenziell schädliche Arten zurückgedrängt werden (der sogenannte bifidogene Effekt) [5]. Zweitens senken die entstehenden Säuren den pH-Wert im Darm. Da viele unerwünschte Keime ein eher alkalisches Milieu bevorzugen, verschlechtern sich ihre Bedingungen zusätzlich, ohne dass ein einziger Wirkstoff sie direkt angreifen müsste [5].
Präbiotikum und Probiotikum gehören damit funktional zusammen: Ohne Substrat kann sich auch ein gut ausgewählter Bakterienstamm nicht durchsetzen.
Einfach gesagt: Ein Probiotikum ohne Präbiotikum ist wie Saatgut ohne Erde. Die Samen sind da, aber nichts wächst an. Das Inulin ist der Boden, auf dem sich die nützlichen Bakterien überhaupt erst etablieren können, und die kurzkettigen Fettsäuren aus der Fermentation ist der Treibstoff, mit dem die Zellen der Darmwand arbeiten.
Inaktivierte Bierhefe, das Postbiotikum (571 mg pro Chew)
Die Zellwand von Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) ist zweischichtig aufgebaut: Die äussere Schicht ist reich an Mannan-Oligosacchariden (MOS), die innere an Beta-1,3/1,6-Glucanen [7]. Beide Fraktionen wirken über unterschiedliche, gut beschriebene Mechanismen.
MOS wirken über einen physikalischen Bindungsmechanismus. Zahlreiche Bakterien besitzen mannosespezifische Typ-1-Fimbrien, feine Härchen, mit denen sie sich an die Darmwand anheften. Diese Anheftung ist die Voraussetzung dafür, dass ein Keim sich festsetzen und vermehren kann. MOS bieten genau diesen Fimbrien eine konkurrierende Bindungsstelle an, sodass die Bakterien am MOS statt an der Darmwand haften bleiben und ausgeschieden werden. In Fütterungsversuchen mit Hunden gingen entsprechend die Kotgehalte von Clostridium perfringens und E. coli zurück [7].
Die meisten E.-coli-Stämme sind harmlose Mitbewohner der normalen Darmflora und gehören dort hin. Krankmachend sind nur bestimmte (Patho-) Typen. Der MOS-Mechanismus wirkt dabei nicht gegen die Art an sich, sondern gegen das Anheften jener Stämme, die Typ-1-Fimbrien tragen und sich damit an der Darmwand festsetzen wollen. Es geht also darum, eine gesunde Balance herzustellen.
Beta-Glucane wiederum werden über den Dectin-1-Rezeptor von den Immunzellen deines Hundes erkannt [8]. Dadurch werden Signalwege der angeborenen Immunabwehr aktiviert, sodass die Immunzellen auf mögliche ungewünschte Mikroorgansimen besser vorbereitet reagieren können. Im Grunde signalisieren Beta-Glucane der Immunabwehr, aufmerksam und reaktionsbereit zu bleiben.
Einfach gesagt: Manche Bakterien haben an ihrer Oberfläche kleine Greifer, mit denen sie sich an die Darmwand haken, um sich dort festzusetzen. Diese Greifer passen aber nur auf eine ganz bestimmte Andockstelle. Die Fasern aus der Bierhefe (MOS) tragen genau diese Andockstelle und schwimmen frei im Darm mit. Der Keim greift nach ihnen statt nach der Darmwand, verliert den Halt und wird mit dem Kot ausgeschieden. Die Beta-Glucane aus derselben Hefe wirken unterdessen ganz anders: Sie sind für das Immunsystem ein Erkennungssignal, das die Abwehr wachsam hält.
Wie deutlich das messbar wird, zeigt eine Untersuchung an der Dickdarmflora von Hunden: Hefezellwände und aufgereinigte Beta-Glucane erhöhten die günstigen Fettsäuren Acetat, Propionat und Butyrat, steigerten die wichtige mikrobielle Vielfalt (Alpha-Diversität), wirkten schützend auf die Integrität der Darmbarriere und steigerten die Bildung des entzündungsregulierenden Botenstoffs Interleukin-10 [9]. Da die Hefe inaktiviert ist, wirkt sie als Postbiotikum unabhängig davon, ob lebende Kulturen den Darm erreichen.
Lachsöl (88 mg pro Chew)
Lachsöl ist eine natürliche Quelle der langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Beide sind keine Wirkstoffe, die im Körper etwas blockieren, sondern Baumaterial. EPA und DHA werden in die Membranen von Körperzellen eingebaut, unter anderem in Haut- und Immunzellen [10]. Was in dieser Membran steckt, entscheidet darüber, wie die Zelle später reagiert. Daraus ergibt sich die Wirkung, und zwar über zwei Wege.
Weg 1: Die Membran bestimmt, welche Botenstoffe entstehen. Reagiert eine Zelle auf einen Reiz, schneidet sie Fettsäuren aus ihrer eigenen Membran heraus und baut daraus Signalmoleküle. Aus der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure entstehen über die Enzyme COX und LOX stark entzündungsfördernde Botenstoffe. Sind stattdessen EPA und DHA eingelagert, konkurrieren sie um genau dieselben Enzyme und verschieben die Produktion in Richtung deutlich milderer Mediatoren [10]. Ergänzend greifen sie eine Ebene höher ein und drosseln die Ablesung entzündungsfördernder Faktoren wie COX-2 [12].
Weg 2: EPA und DHA liefern die Stoppsignale. Entzündung ist kein Fehler des Körpers, sondern eine sinnvolle Abwehrreaktion. Das Problem entsteht erst, wenn sie nicht mehr sauber endet. Dafür braucht der Körper eigene Abschlusssignale: die spezialisierten pro-resolvierenden Mediatoren, vor allem Resolvine und Protectine, die aus EPA und DHA gebildet werden [11]. Sie fahren die Botenstoffproduktion herunter, lassen Fresszellen die Zelltrümmer abräumen und leiten die Geweberegeneration ein [11]. Bleiben diese Signale aus, kippt eine akute Entzündung eher in einen chronischen Zustand [13]. Omega-3 unterdrückt Entzündung also nicht, es hilft dem Körper, sie ordentlich abzuschliessen.
Einfach gesagt: Der Körper baut seine Signalstoffe aus dem Fett, das in seinen Zellen steckt. Steckt dort vor allem Omega-6 drin, treiben diese Signale die Entzündung stark an. Kommt über Wochen Omega-3 dazu, fällt sie milder aus, und der Körper kann zusätzlich das Signal bilden, das sie wieder beendet. Deshalb wirkt Omega-3 nicht sofort. Was eingebaut ist, wird verbraucht, also muss nachgeliefert werden.
Das Lachsöl liefert diese Fettsäuren als Teil der täglichen Grundversorgung und trägt zusätzlich spürbar zur Schmackhaftigkeit des Chews bei, was für die freiwillige Annahme entscheidend ist. Für gezielte, hochdosierte Omega-3-Kuren bei ausgeprägten Haut- oder Gelenkproblemen werden dagegen deutlich höhere Mengen eingesetzt, die tierärztlich begleitet gehören [14]. Digestive Health ist ein Vorsorgeprodukt für den Alltag, keine Akuttherapie.
Warum die Mengen genau so eingestellt sind
Entscheidend ist, dass dein Hund täglich die Menge bekommt, die zu seinem Körper passt. Deshalb richtet sich die Gabe nach dem Gewicht: bis 10 kg ein Chew, 10 bis 30 kg zwei Chews, über 30 kg drei Chews. So skaliert die Versorgung mit, statt einen kleinen Hund zu überfordern oder einen grossen zu unterversorgen.
Zur Bakterienmenge (KBE). Die gängige Empfehlung für Hunde liegt bei 1 bis 10 Milliarden koloniebildenden Einheiten (KBE) pro Tag, wobei der Erhaltungsbereich zur täglichen Unterstützung mit 1 bis 4 Milliarden KBE angegeben wird [15]. Da Digestive Health 1 Milliarde KBE pro Chew liefert und die Gabe mit dem Gewicht steigt, erhält ein kleiner Hund bis 10 kg 1 Milliarde KBE, ein mittelgrosser Hund von 10 bis 30 kg 2 Milliarden und ein grosser Hund über 30 kg 3 Milliarden. Alle drei liegen im empfohlenen Erhaltungsbereich für die tägliche Vorsorge. Durch die Sporenform kommt diese Menge auch tatsächlich im Darm an, was bei vielen nicht sporenbildenden Probiotika nicht der Fall ist.
Zur Präbiotikamenge (Inulin). Bei fermentierbaren Fasern gilt nicht "viel hilft viel", und das lässt sich mit Zahlen belegen. Eine Dosis-Wirkungs-Studie an gesunden Hunden verglich Inulin in drei Konzentrationen (0,3, 0,6 und 0,9 Prozent der Ration). Die Menge der gebildeten kurzkettigen Fettsäuren blieb dabei praktisch unverändert, nämlich bei 472,2, 468,8 und 471,5 Mikromol pro Gramm Kot [16]. Gleichzeitig sank mit steigender Fructan-Zufuhr die Gesamtverdaulichkeit von Trockensubstanz, organischer Substanz und Rohprotein, und der Kot wurde weicher [16]. Ab einem gewissen Punkt bedeutet mehr Inulin also nicht mehr Wirkung, sondern nur mehr Belastung für den Darm.
Daraus ergibt sich die Zielgrösse für ein tägliches Vorsorgeprodukt: eine Menge, die die Fermentation zuverlässig anregt, ohne den Darm mit fermentierbarer Faser zu überfrachten. Digestive Health liefert mit 100 mg pro Chew das eine bewährte Menge. Diese Dosis ist unproblematisch, da sie weiterhin deutlich unterhalb der Konzentrationen liegt, bei denen Verdaulichkeit und Kotkonsistenz messbar leiden [17]. Die Dosierung ist damit genau auf das Fenster eingestellt, in dem Inulin optimal unterstützend wirkt: hoch genug für einen belegten Effekt, niedrig genug für dauerhafte Verträglichkeit bei täglicher Gabe.
Warum das System mehr ist als die Summe seiner Teile
Der eigentliche Vorteil liegt im Zusammenspiel von Prä-, Pro- und Postbiotikum, weil die drei an unterschiedlichen Punkten ansetzen: Das Präbiotikum liefert das Substrat, das Probiotikum die aktive mikrobielle Konkurrenz, das Postbiotikum die direkte Barriere- und Immununterstützung. Studien zeigen, dass ein gezielter Prä- und Postbiotika-Komplex die Bildung gesundheitsfördernder Stoffwechselprodukte erhöht und unerwünschte Bakterien zurückdrängt [18]. Bei älteren Hunden konnte eine Prä- und Postbiotika-Kombination zudem Marker des alternden Immunsystems positiv beeinflussen [19].
Ein Beispiel aus dem Alltag macht das greifbar. Wer einen Hund mit sensibler Verdauung hat, bei dem schon eine kleine Futterumstellung oder ein aufregender Tag zu weichem Kot führt, kennt das Auf und Ab. Und wer einen älteren Hund begleitet, dessen Verdauung mit den Jahren empfindlicher geworden ist, möchte das Gleichgewicht stabil halten, bevor es kippt. In beiden Fällen geht es nicht um eine einmalige hohe Dosis, sondern um eine ruhige, tägliche Unterstützung, die das System im Lot hält.
Dafür ist der Digestive Health Soft Chew gemacht. Er vereint alle vier Bausteine in einem weichen, schmackhaften Chew, den der Hund gerne annimmt, ganz ohne Pulver, Kapseln oder Mischaufwand. Da eine stabile Darmflora kontinuierliche Zufuhr braucht, ist diese einfache tägliche Gabe die Voraussetzung dafür, dass das System dauerhaft funktioniert.
Häufige Fragen zu den Inhaltsstoffen (FAQ)
Reicht 1 Milliarde KBE pro Chew aus?
Für die tägliche Vorsorge ja. Die empfohlene Erhaltungsmenge für Hunde liegt bei 1 bis 4 Milliarden KBE pro Tag [15]. Je nach Hundegewicht (1 bis 3 Chews) liefert Digestive Health 1 bis 3 Milliarden KBE und liegt damit im empfohlenen Bereich. Da es sich um ein sporenbildendes Probiotikum handelt, übersteht diese Menge zudem die Magenpassage [1].
Ist die Inulin-Menge nicht zu niedrig?
Nein, sie ist bewusst so eingestellt. Eine Dosis-Wirkungs-Studie an Hunden zeigte, dass eine Verdoppelung oder Verdreifachung der Inulin-Zufuhr die Bildung kurzkettiger Fettsäuren nicht weiter steigert, wohl aber die Nährstoffverdaulichkeit senkt und den Kot weicher macht [16]. Mit 100 bis 300 mg pro Tag liegt Digestive Health über dieser wirksamen Menge und deutlich unter dem Bereich, in dem die Verträglichkeit leidet.
Was ist der Unterschied zwischen Prä-, Pro- und Postbiotikum?
Probiotika sind lebende nützliche Bakterien (hier Bacillus velezensis). Präbiotika sind deren Nahrung (hier Inulin aus Chicorée). Postbiotika sind nützliche Bestandteile inaktivierter Mikroorganismen (hier Bierhefe). Erst zusammen ergeben sie ein funktionierendes System.
Warum ist so viel Bierhefe enthalten?
Die Bierhefe ist das Postbiotikum und liefert mit Beta-Glucanen und Mannan-Oligosacchariden zwei funktionelle Zellwandfraktionen, die über getrennte Mechanismen wirken (Immunmodulation über den Dectin-1-Rezeptor und Bindung von Krankheitserregern) [7][8]. Mit 571 mg pro Chew ist sie der mengenmässig grösste funktionelle Baustein.
Wie schnell wirkt das Produkt?
Eine stabile Darmflora baut sich über Zeit auf, nicht über Nacht. Bei akuten Anlässen kann eine Unterstützung über einige Tage sinnvoll sein, für dauerhaftes Gleichgewicht ist die kontinuierliche Gabe entscheidend.
Ist Bacillus velezensis sicher für Hunde?
Ja, und das ist behördlich geprüft. Die Art trägt seit 2017 den QPS-Sicherheitsstatus der EFSA, der nur an Mikroorganismen ohne übertragbare Antibiotikaresistenzen und ohne Toxinbildung vergeben wird [1]. Der auf unserem Etikett deklarierte Zusatzstoff 4b1820 (entspricht dem Stamm DSM 15544) ist zudem als Darmflorastabilisator ausdrücklich für Hunde zugelassen, wofür die EU Sicherheit und Wirksamkeit prüft [2]. Als sporenbildendes Probiotikum ist er ausserdem besonders stabil und gut verträglich.
Für welche Hunde ist Digestive Health geeignet?
Für Hunde jeder Rasse und Altersgruppe, besonders für sensible Verdauung, in Stress- oder Umstellungsphasen und für ältere Hunde mit empfindlicherer Verdauung.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt. Unsere Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und kein Ersatz für ein Alleinfuttermittel oder Medikamente.
Quellen
[1] Bauter M. R. et al. (2024): Subchronic oral toxicity assessment of Bacillus velezensis. QPS-Status der EFSA seit 2017, sporenbildende Art, Bildung nützlicher Stoffwechselprodukte. Studie ansehen
[2] EFSA FEEDAP Panel (2021): Safety and efficacy of a feed additive consisting of Bacillus velezensis DSM 15544 (Calsporin) for piglets, pigs for fattening, sows, ornamental fish, dogs and all avian species. Zulassung als zootechnischer Zusatzstoff, Funktionsgruppe Darmflorastabilisatoren, EU-Kennnummer 4b1820, ausdrücklich für Hunde. Quelle ansehen
[3] Frontiers in Veterinary Science (2025): Randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Studie zu einer Rezeptur mit Bacillus velezensis DSM 15544, Fructo-Oligosacchariden und Hefe beim Management von akutem Durchfall bei Hunden. Studie ansehen
[4] Yi C. et al. (2026): Effects of a Novel Prebiotic and Postbiotic Dietary Supplement on Gut Microbiota, Intestinal Barrier Markers, and Inflammation in Healthy Dogs. Veterinary Sciences 13(5), 417. Randomisierte, doppelblinde Studie an 36 Hunden zu einem Prä- und Postbiotikum (Baobab und Akaziengummi, inaktivierte Lactobacillus acidophilus und Hefefraktionen); hier zitiert für die Rolle von Butyrat bei Darmbarriere und Entzündung. Studie ansehen
[5] Immunomodulatory effects of inulin and its intestinal metabolites (2023), Frontiers in Immunology. Polymerisationsgrad 2 bis 60 (Mittel 10 bis 12), längere Ketten fermentieren langsamer mit geringerer Gasbildung, bifidogener Effekt, Senkung des Darm-pH hemmt Krankheitserreger. Studie ansehen
[6] The bifidogenic nature of chicory inulin and its hydrolysis products. Ketten mit einem Polymerisationsgrad über 10 werden im Mittel halb so schnell fermentiert wie kürzere. Studie ansehen
[7] Dried yeast cell walls high in beta-glucan and mannan-oligosaccharides positively affect microbial composition and activity in the canine gastrointestinal tract in vitro (2020). Zellwandaufbau, Typ-1-Fimbrien-Mechanismus, Rückgang von Clostridium perfringens und E. coli. Studie ansehen
[8] Rummell L. M. et al. (2022): A proof of principle study investigating the effects of supplemental concentrated brewer's yeast on markers of gut permeability, inflammation, and fecal metabolites in dogs. Journal of Animal Science. Beta-Glucane und Dectin-1. Studie ansehen
[9] Ghyselinck J. et al. (2025): In vitro fermentation of yeast cell walls (mannan-oligosaccharide) and purified beta-glucans modulates the colonic microbiota of dogs. PLoS One. Anstieg von Acetat, Propionat und Butyrat, höhere Alpha-Diversität, Schutz der Barriereintegrität, gesteigerte IL-10-Bildung. Studie ansehen
[10] VCA Animal Hospitals: Nutrition, Skin, and Dogs. EPA und DHA als Bestandteile der Zellmembranen und der Hautbarriere, Modulation entzündungsfördernder Botenstoffe beim Hund. Quelle ansehen
[11] Resolvins as Regulators of the Immune System. Enzymatische Umwandlung von EPA und DHA in pro-resolvierende Mediatoren (Resolvine), aktive Beendigung der Entzündungsreaktion. Studie ansehen
[12] alfavet Tierarzneimittel: EPA und DHA. Bildung entzündungsauflösender Lipidmediatoren (Resolvine, Protectine) und Reduktion der Genexpression entzündungsfördernder Faktoren wie COX-2. Quelle ansehen
[13] Resolution of Inflammation: The Role of Resolvins. Der Übergang von der Initiations- in die Auflösungsphase ist entscheidend für die Gewebehomöostase; bleibt die Auflösung durch pro-resolvierende Mediatoren aus, entstehen chronische Entzündung und Gewebeschäden. Studie ansehen
[14] Roush J. K. et al. (2010): Multicenter veterinary practice assessment of the effects of omega-3 fatty acids on osteoarthritis in dogs. JAVMA. Beispiel für den Einsatz hoher, gezielter Omega-3-Dosen. Studie ansehen
[15] PreventiveVet: empfohlene tägliche KBE-Menge für Hunde 1 bis 10 Milliarden, Erhaltungsbereich 1 bis 4 Milliarden. Quelle ansehen
[16] Propst E. L. et al. (2003): A dose-response experiment evaluating the effects of oligofructose and inulin on nutrient digestibility, stool quality, and fecal protein catabolites in healthy adult dogs. Journal of Animal Science. Kurzkettige Fettsäuren bei 0,3, 0,6 und 0,9 Prozent Inulin praktisch unverändert (472,2, 468,8, 471,5 Mikromol/g), sinkende Gesamtverdaulichkeit und weicherer Kot bei steigender Zufuhr. Studie ansehen
[17] The microbiota of healthy dogs demonstrates individualized responses to synbiotic supplementation, a randomized controlled trial (2021): messbare Mikrobiom-Veränderung bereits bei 50 mg Inulin pro Tag. Studie ansehen
[18] A specific blend of prebiotics and postbiotics improved the gut microbiome of dogs with soft stools (2025), Journal of Animal Science. Studie ansehen
[19] Supplementation of a new combination of prebiotic and postbiotic shapes fecal microbiota of old dogs while influencing immune parameters (2025), Scientific Reports. Studie ansehen
